Sept-Îles: Frankreichs größtes Meeresschutzgebiet – Ein Paradies für Vogelbegeisterte
Über 25.000 Seevogel-Paare und 11 brütende Arten haben auf einer Handvoll kleiner Inseln vor der bretonischen Küste ihr Zuhause gefunden. Die Réserve Naturelle des Sept-Îles, seit Juli 2023 auf 19.700 Hektar erweitert, ist nun die größte Naturschutzzone auf dem französischen Festland – ein Triumph für den Naturschutz und ein Geschenk für Reisende mit Sinn für unberührte Schönheit.
Eine Inselwelt zwischen rauem Fels und sanftem Meeresrauschen
Sieben Inseln – Rouzic, Malban, Les Costans, Bono, l’Île-aux-Moines, l’Île Plate und Le Cerf – bilden das ursprüngliche Schutzgebiet. „Dieses maritime Archipel ist ein nationales Juwel für den Biodiversitätsschutz,“ erklärt Marine Lefeuvre, Ökologin bei der Ligue pour la Protection des Oiseaux (LPO), die das Schutzgebiet seit seiner Gründung 1976 verwaltet. Nach der Erweiterung gehören auch die Île Tomé und das Plateau des Triagoz zum Reservat.
Wann die Seevögel am besten zu beobachten sind
Von April bis August zeigt sich das Naturreservat von seiner lebhaftesten Seite. In diesen Monaten herrschen milde Temperaturen, und die Vogelbeobachtung erreicht ihren Höhepunkt. Besonders im Mai und Juni bietet sich ein spektakuläres Schauspiel, wenn tausende Basstölpel ihre Jungen aufziehen. Naturjuwelen an Frankreichs Küste zeigen sich auch hier von ihrer beeindruckendsten Seite.
Die Inselschätze entdecken: Vom Boot aus die Vogelkolonien erleben
Die einzige Möglichkeit, die Sept-Îles zu erleben, sind Bootstouren ab Perros-Guirec. „Das Gefühl, wenn tausende Basstölpel über deinem Kopf kreisen, ist unbeschreiblich – ein wahrer Rausch für die Sinne,“ schwärmt Tourguide François Morneau, der seit 15 Jahren Besucher zu den Inseln führt. Die zweistündigen Ausflüge bieten einmalige Fotomöglichkeiten und intensive Naturerlebnisse mit Naturparadies mit reichhaltiger Vogelwelt.
Die versteckten Schätze abseits der Hauptroute
Einige Bootstouren halten an der Île aux Moines, der einzigen begehbaren Insel des Archipels. Hier können Besucher das alte Kloster besichtigen, das der Insel ihren Namen gab. Der Phare des Triagoz, ein historischer Leuchtturm auf einem Felsenriff, zeugt von der maritimen Geschichte der Region. Französisches Küstenparadies für Naturliebhaber findet man besonders in den versteckten Buchten rund um das Archipel.
Bretonische Gaumenfreuden nach der Seefahrt
Nach einem Tag auf See lockt die lokale Küche mit frischen Meeresfrüchten. Im Restaurant „L’Armor Plage“ serviert Chef Pascal Guellec Hummer direkt aus den Gewässern um die Sept-Îles – eine Delikatesse, die deutsche Genießer schätzen. Die traditionellen bretonischen Galettes und der süße Kouign-amann runden das kulinarische Erlebnis perfekt ab.
Übernachten mit Meeresrauschen und Leuchtturmblick
Das „Hotel Ker Moor“ in Perros-Guirec bietet Zimmer mit direktem Blick auf das Archipel – perfekt für Frühaufsteher, die den Sonnenaufgang über den Inseln genießen möchten. Für Budgetreisende bietet der Campingplatz „Les Îles“ eine erschwingliche Alternative mit Strandzugang und Meerblick.
Die maritime Wildnis schützen: Eine Erfolgsgeschichte
Die Erweiterung des Schutzgebiets 2023 markiert einen Meilenstein für den französischen Naturschutz. „Nach jahrzehntelanger Arbeit sehen wir endlich die Früchte unserer Bemühungen,“ betont Dr. Claire Morneau von der LPO. Weitere unberührte Naturgebiete Frankreichs profitieren von ähnlichen Schutzmaßnahmen.
Praktische Tipps für deutsche Reisende
Bootstickets sollten unbedingt vorgebucht werden, besonders in der Hochsaison. Bringen Sie eine Windjacke mit – selbst an sonnigen Tagen kann die Seeluft kühl werden. Ferngläser sind essentiell für die Vogelbeobachtung, und wasserfeste Kameras ermöglichen unvergessliche Aufnahmen der maritimen Tierwelt.
Die Réserve Naturelle des Sept-Îles bietet ein unvergleichliches Naturerlebnis für alle, die dem Massentourismus entfliehen möchten. Weitere Naturparadiese Frankreichs mögen beeindrucken, doch das Gefühl, inmitten kreischender Seevögel vor der wilden bretonischen Küste zu schippern, während unter dem Boot möglicherweise Delfine ihre Bahnen ziehen, ist ein Erlebnis, das unter die Haut geht und den Puls der Natur spürbar macht.